Fledermauskundliche Kontrollfahrt in den Mittelsteirischen Karst.
Besonderes Augenmerk wird auf die in den steirischen Höhlen und Stollen überwinternden Fledermäuse gelegt. Seit 1958 werden in den Höhlen der Steiermark anfangs unregelmäßige, schon bald jedoch regelmäßige Fledermausbestandsaufnahmen durchgeführt. Diese in Europa einigartige Zählreihen belegen, dass der Mittelsteirische Karst eines der letzten intakten Rückzugsgebiete für 20 von 26 in Österreich vorkommenden Fledermausarten darstellt.
Von den rund 800 im Mittelsteirischen Karst bekannten Höhlen werden ca. 30 Höhlen regelmäßig jährlich ein Mal immer zu gleichen Zeitpunkt begangen und der Fledermausbestand erhoben. Außerdem werden weitere 6 Höhlen im Bereich Judenburg/Murau von den Kollegen der Forschergruppe Zeltweg (Franz Moitzi) regelmäßig auf Fledermäuse hin untersucht.
Durch die gute Kenntnis der Fledermausfauna in steirischen Höhlen können fachliche Aussagen über Schutzmaßnahmen von Höhlen und ähnlichen Lebensräumen gemacht werden. Die erhobenen Daten werden außerdem zur Erstellung der „Roten Listen gefährdeter Tiere Österreichs“ verwendet und stellen so einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz dar.
Im Jahr 2005 konnte erfreulicherweise ein neuer Höchststand an Fledermäusen verzeichnet werden (siehe Tabelle 13 Jahre). In dieser 13-jährigen Statistik sind jedoch die Ergebnisse der Obersteirischen Höhlen und des Katerloches, Kat.-Nr. 2833/59 nicht berücksichtigt, was ein noch positiveres Bild ergeben würde.
Als Besonderheit konnte ein Exemplar der Langflügelfledermaus (Miniopterus schreibersi) in einer Höhle in Peggau entdeckt werden, eines der letzten Exemplare in Österreich.
Bei dieser Kontrollfahrt wird auch der Zustand der Absperrungen und der Höhlen erhoben, verschmutzte Höhlen werden gleich gereinigt.
Teilnehmer 2005 waren: DI Klemens Breitfuß, Mag. Thomas Fitzek, Mag. Fritz Geissler, Nele Herdina, Georg Lojka, Anton Mayer, DI Wolfgang Moche, Harald Pliessnig, Harald Polt, Dr. Peter Sackl, Mag. Herbert Schaffler, Dr. Friederike Spitzenberger, Ing. Edmund Weiß, Mag. Volker Weissensteiner.
alle Fotos Harald Polt
DI Wolfgang Moche und Dr. Friederike Spitzenberger vor der Badlhöhle
Statistik der letzten 13 Jahre ohne Berücksichtigung der obersteirischen Zählungen und des Katerloches
14:04 27.07.2009Eines der letzten Exemplare der Langflügelfledermaus in Österreich

Das Braune Langohr klappt in Ruhestellung seine Ohren hinter die Flügel