Projekt Moosschacht (Kat. Nr. 2836/237) auf dem Tannebenstock bei Semriach
Die im Jahre 2003 entdeckte und in einem über 20 Tage dauernden Arbeitseinsatz geöffnete Großhöhle auf der Hochfläche des Tannebenstockes, bei dem über 12 Tonnen Material aus einem Schacht entfernt wurden, konnte bis zum Jahre 2004 auf rund 300 m Länge vermessen werden (Kusch: Die Höhle, 2004). Einige offene Fortsetzungen wurden in der Zwischenzeit untersucht, sind aber aus Zeitmangel noch immer nicht zur Gänze erforscht und vermessen. Die teils großräumigen horizontalen Passagen verlaufen in 50-70 m Tiefe, in einer Seehöhe von rund 670 m, also 30 m über dem Niveau der Lurgrotte Semriach (SH 640 m). Es könnte sich hier um ein weiteres altes Vorfluterniveau im Tannebenstock handeln. Mehrere offene und sehr vielversprechende interessante Fortsetzungen existieren.
Die wissenschaftliche Bearbeitung der Höhle ist derzeit voll im Gange. Erste U/Th-Auswertungen von Sinterproben durch Univ.-Prof. Dr. Christoph Spötl sind bereits vorhanden, Temperatur-Messungen werden seit zwei Jahren permanent durchgeführt. Frau Dr. Martina Pacher (Universität Wien) hat die bisher ältesten Murmeltierknochen im österreichischen Raum aus dieser Höhle bestimmen können, die ein Alter von über 48.300 Jahre aufweisen (siehe Bericht in der Zeitschrift “Die Höhle“ im Jahre 2004). Eine weitere Arbeit von fossilem Knochenmaterial aus der Schachtzone und dem Canyon, dessen Einlagerung nur durch eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes erfolgt sein kann, ist derzeit in Arbeit und wurde 2007 in der Zeitschrift “Die Höhle”veröffentlicht. Die weitere Erforschung und wissenschaftliche Bearbeitung dieser Höhle ist für 2009 als Schwerpunkt vorgesehen.
Dr. Heinrich Kusch

Einstieg zu den tiefsten, aktiven und großräumigen Höhlenteilen des Moosschachtes. (Foto: Heinrich Kusch)

Abstieg in die Tropfsteinhalle in 50 m Tiefe. (Foto: Monika Messner)

Boden- und Wandversinterungen in den horizontal verlaufenden Höhlengängen im tiefsten Abschnitt der Höhle. (Foto: Monika Messner)

Wandversinterungen in der Tropfsteinhalle des Moosschachtes in 60 m Tiefe. (Foto: Heinrich Kusch)

Teilansicht der über 100 m langen und nur teilweise erforschten Kluftpassage im aktiven Teil des Moosschachtes. (Foto: Heinrich Kusch)